Technischer Befund · Einfach erklärt

GrowMentor

Ist die App ausgereift? Eine ehrliche Analyse in einfachen Worten, Zahl für Zahl.
Gegenstandgrowmentor.de
MethodeQuellcode + eigene Tests
Zahlen vonden Tests des Erstellers
Stand2026-07-07
Kurzbefund

Sauber gebaut, aber noch nicht zuverlässig.

Handwerklich ist die App ordentlich gemacht. Das Problem liegt tiefer: Bei echten Nutzerfotos ist nur jede fünfte Diagnose wirklich richtig, und fast jede vierte Antwort ist selbstbewusst daneben. Die groß beworbene Wissensdatenbank bringt dabei fast nichts.

20 % der Diagnosen sind auf echten Fotos wirklich richtig. Der Ersteller selbst wollte abbrechen, wenn es unter 70 % bleibt.
0 %100 %
01 · Die Zahlen

Vier Zahlen sagen alles

20 %
wirklich richtig, echte Fotos
23 %
selbstbewusst falsche Antworten
+2
Punkte durch die Datenbank, fast nichts
0
Besserung bei den falschen Antworten

Ein Foto rein, eine flüssig klingende Diagnose raus, die in vier von fünf Fällen nicht wirklich stimmt und sich trotzdem oft sicher gibt. Genau das merkt man als "macht viele Fehler".

02 · Aufbau

Wie die App funktioniert

Im Kern steckt eine allgemeine KI, die Fotos anschaut und Texte schreibt (das Modell heißt Claude). Davor sitzen ein paar Bausteine. Handwerklich ist das gut gemacht, das ist nicht das Problem:

03 · Die Tests

Die Testergebnisse im Detail

Der Ersteller hat drei Testreihen gemacht. Die realistischste ist die ernüchterndste. Der Unterschied liegt an den Fotos: Die 67-Prozent-Reihe besteht großteils aus Lehrbuch-Bildern und Infografiken, die Forum-Reihe aus echten Handy-Fotos von Nutzern.

TestreiheFällewirklich richtigteils richtigfalschselbstbewusst falsch
Lehrbuch-Bilder2467 %25 %8 %12 %
Eigene Support-Fälle18meist ohne Bild--1
Echte Nutzerfotos3020 %53 %27 %23 %

Auf echten Fotos fällt die Trefferquote auf ein Fünftel, mehr als die Hälfte ist nur teils richtig, und fast jede vierte Antwort ist selbstbewusst falsch. Für ein Produkt, das Geld kostet und an Laien geht, ist die selbstbewusst falsche Antwort das eigentliche Risiko: Ärger, schlechte Presse, Rückerstattungen.

04 · Nachgeprüft

Die groß beworbene Wissensdatenbank

Hier ist das Versprechen am schwächsten, und die eigenen Zahlen des Erstellers widerlegen es:

VersprechenEine mächtige Wissensdatenbank als großer Vorsprung.
GemessenDie Datenbank verbessert die Treffer nur um 2 von 100 Punkten.
GemessenBei den gefährlichen Fehlern bringt sie null. Mit und ohne Datenbank gleich.
RealitätDie Diagnose steckt in einer festen Liste, das System lernt nicht von selbst dazu.
RealitätDie große Sammlung wird nur nebenbei mitgegeben und im Zweifel ignoriert.
Der Ersteller schreibt es in seinen eigenen Notizen selbst: "Nicht die KI ist der Burggraben, das Modell hat jeder."
05 · Das System

Das jetzige System in Zahlen

Damit klar wird, wovon wir reden, hier die echten Werte aus dem Programmcode der App, nicht aus der Werbung:

552
Einträge in der Datenbank, das ist alles
6
davon kommen pro Diagnose bei der KI an
60 s
Zeitlimit pro Anfrage, Miet-Plattform
nein
lernt das System von selbst dazu

Die groß beworbene Wissensdatenbank sind also rund 552 kurze Texteinträge. Und selbst die kommen fast nicht an, denn pro Diagnose sucht das System nur die 6 ähnlichsten heraus. Alles andere bleibt liegen.

Wenn wir dieses System einfach weiternutzen und wachsen wollten, laufen wir in mehrere feste Wände:

06 · Warum

Warum das kein einfacher Fehler ist

Die 20 Prozent kann man nicht einfach nachbessern. Die verwendete KI ist ein Alleskönner. Aus einem einzigen Foto eine Pflanzenkrankheit zu erkennen ist aber eine Spezialaufgabe: Viele Ursachen sehen fast gleich aus, und genau darin sind Alleskönner-KIs schwach. Kein Trick am Anweisungstext hebt das über diese Grenze.

Bild dazu: Es ist wie ein guter Allgemeinarzt, der alles ein bisschen kann. Für einen feinen Spezialfall braucht man aber den Facharzt, der genau das jeden Tag macht.
07 · Der Vorschlag

Warum ein eigenes Modell klar besser ist

Der wichtigste Punkt zuerst: Die Bild-Erkennung von Claude kann man nicht mit unseren eigenen Fotos nachschulen, der Anbieter erlaubt das nicht. Bessere Bild-Erkennung heißt also zwingend: ein eigenes, auf Cannabis spezialisiertes Modell. Genau da liegt der Hebel.

Worum es gehtAllgemeine KI (Claude, heute)Eigenes Spezialmodell
AufgabeAlleskönner für allesein Zweck: Schaden am Cannabis erkennen
Ähnliches genau unterscheidenschwach, nur 20 von 100 richtig auf echten Fotosstark, ähnliche Spezial-Programme schaffen in der Forschung oft über 90 von 100
Wie sicher es istsagt gefühlt sicher in Worten, unzuverlässignennt eine echte Sicherheit, zum Beispiel 90 Prozent
Kann "weiß nicht" sagenerfindet fast immer eine Antwortsagt bei Unsicherheit ehrlich Bescheid und gibt an einen Menschen ab
Mit unseren Fotos verbesserbarnein, das geht bei Claude nichtja, genau das ist der Sinn
Kosten pro Diagnosejedes Mal ein teurer KI-Aufrufläuft gratis auf unserer Hardware, nur ein günstiger Text-Aufruf bleibt
Abhängigkeitfremder Anbieter, ein Update trifft unsalles bei uns, volle Kontrolle
Vorsprungkeiner, die KI hat jederunsere Fotos, die hat sonst niemand

Die drei wichtigsten Gründe:

08 · Der Plan

So sieht der Plan aus: zwei Modelle im Team

Zwei Modelle, jedes für das, was es am besten kann. Das eigene Modell erkennt das Problem auf dem Foto, ChatGPT schreibt daraus einen verständlichen Rat.

09 · Der Einstieg

Eigener Rechner statt Miete

In der Lernphase, also bevor überhaupt Geld reinkommt, ist Mieten die teure Falle. Ein gemieteter Rechner mit starker Grafikkarte kostet ab dem ersten Tag rund 500 € im Monat, ununterbrochen, auch während das Modell nur übt und getestet wird. Ein solider eigener Einstiegs-Rechner (starke Grafikkarte, kräftiger Prozessor, viel Arbeitsspeicher) kostet einmalig ab etwa 1.500 €.

Varianteeinmaligpro Monatnach 6 Monatendanach
Eigener Rechner1.500 €0 € (nur Strom)~1.500 €gehört dir
Gemieteter Server0 €~500 €~3.000 €läuft weiter

Nach rund drei Monaten hat sich der eigene Rechner gegen die Miete gerechnet, danach gehört er dir, ohne laufende Kosten. Als Grundstein zum ruhigen Üben und Lernen ist das der richtige Start. Größer machen kann man später immer noch, dann aber aus Einnahmen bezahlt, nicht auf Verdacht.

Dazu kommt der Speicherplatz, ein zweiter Kostentreiber, den man leicht übersieht. Genau die Fotosammlung, die unseren Vorsprung ausmacht, wird groß. Schon in der Lernphase kommen schnell mehrere Hundert Gigabyte an Fotos zusammen, und wenn die Sammlung wirklich gefüllt ist, sind es leicht mehrere Terabyte. Auf gemietetem Webspace zahlt man diesen Platz Monat für Monat, und die Rechnung wächst mit jedem Foto. In den eigenen Rechner steckt man einmal ein paar große Festplatten, das kostet einmalig wenig und ist dann erledigt. Einfach gesagt: je mehr Fotos wir sammeln, also je besser das Modell wird, desto teurer wird Mieten und desto klarer gewinnt der eigene Rechner.

10 · Der Fahrplan

Was passiert, wenn du den Rechner hast

Du kaufst den Rechner und lässt ihn zu mir schicken. Ab da mache ich alles, Schritt für Schritt:

  1. Betriebssystem einrichten. Ein sauberes Linux mit den passenden Treibern, damit die Grafikkarte ihre volle Leistung fürs Üben bringt.
  2. KI-Software installieren. Alle Programme, die zum Trainieren und Nutzen des Modells nötig sind, sauber eingerichtet.
  3. Basis-Modell auswählen. Ich starte mit einem fertigen Modell, das schon Bilder versteht, und mache es dann zum Cannabis-Spezialisten, statt bei null anzufangen.
  4. Lernphase. Eure echten Fotos werden beschriftet, das Modell darauf geübt, gemessen und nachgebessert, bis die Trefferquote stimmt. Das ist der Kern der Arbeit.
  5. Steuerbare Weboberfläche. Eine einfache, geschützte Seite, über die du das Modell selbst nutzt: Foto hochladen, Diagnose bekommen, Rückmeldung geben. Mit Verwaltungsbereich, um Modell und Daten zu steuern.
  6. ChatGPT anbinden. Als zweiter Schritt wird ChatGPT angeschlossen, das aus der Diagnose einen schönen, klaren Rat macht.
  7. Betrieb und Lernkreis. Im Betrieb sammelt das System bestätigte Fälle und wird damit weiter besser. Größer machen kommt später, aus Einnahmen.
11 · Ehrlich

Ehrlich bleiben: der Aufwand

Damit nichts schöngeredet wird, ein eigenes Modell ist kein Selbstläufer:

VorteilGenauer, sagt ehrlich wie sicher es ist, kaum Kosten pro Diagnose, volle Kontrolle, echter Vorsprung.
AufwandDie Fotos müssen ordentlich beschriftet werden. Das ist die eigentliche Arbeit.
AufwandAufbau und Betrieb brauchen Fachwissen und etwas Technik.
RealitätDie über 90 Prozent aus der Forschung sind mit sauberen Bildern erreicht, echte Handy-Fotos bleiben schwerer.
FazitDie Arbeit liegt beim Beschriften, nicht im Unmöglichen, und die Fotos sind schon da.
12 · Fazit

Kurz gesagt

Ausgereift ist die App nicht. Als erste Testversion ordentlich gebaut, als verlässliches Diagnose-Produkt nicht. 20 Prozent wirklich richtige Treffer auf echten Fotos und 23 Prozent selbstbewusst falsche Antworten sind für ein Bezahlprodukt an Laien ein echtes Risiko. Die groß beworbene Wissensdatenbank hält den eigenen Tests nicht stand.

Der richtige Weg ist ein eigenes, spezialisiertes Modell. Nicht aus Prestige, sondern weil es die einzige Antwort auf eine Grenze ist, die eine Allzweck-KI nicht überwindet, und weil das Wichtigste, die beschrifteten Fotos, schon da ist. Der beste Aufbau ersetzt Claude nicht, er teilt die Arbeit: eigenes Modell fürs Foto, ChatGPT für den Text.